2022

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Susanna Gartmayer // Bass Clarinet

 

In Susanna Gartmayers Spiel ist die Klarinette vir-tuose Diva, Rhythmusmaschine, atmosphärisches Flimmern, ein heulendes Tier, ein irrlichterndes Geräusch und vieles mehr. In einfachen und repetitiven Arrangements zeigt es sich oft am deutlichsten: Gartmayer ist eine Soundkünstlerin auf ihrem Instrument. Ganze Land-schaften er-zeugt sie mit ihm. Hierin bewegt sich die Klarinette so plastisch, so erzählerisch, dass sie wie eine lebende Figur, ein sich wandelnder Charakter auftritt. Die Faszination an der völligen Ver-wandlung dieses Instruments geht über Genres und Kunstformen hinaus und führt das Ohr zum Grunde des Tons, den organischen Bahnen des Klangmaterials zurück. 

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Donnerstag, 17. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Joëlle Léandre  // Double Bass

 

Die in Frankreich geborene Kon-trabassistin Joëlle Léandre zählt zu den gefragtesten Künstlerinnen der zeitgenössischen Musik und des Free Jazz. Studiert hat sie bei Morton Feldman und John Cage. Letzterer und um die 40 weitere haben für sie komponiert. Léandre spielte in Pierre Boulez' Ensemble InterContemporain, kollaborierte aber auch mit unzähligen Grössen des Jazz und der Improvisationsmusik wie Anthony Braxton, George Lewis oder John Zorn. Ihr Schaffen reflektiert den Dialog zwischen der Post-Schöneberg-Ära und der freien Improvisation. Und so beeindruckt auch ihr Solospiel durch eine schier unendliche stilistische und klangliche Vielfalt, die niemals nur musikali-sches Konzept oder virtuoses Vorspiel zu sein scheint, sondern immer auch tiefer seelischer Ausdruck.

Donnerstag, 17. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Freitag, 18. März 2022

Kunstraum Walcheturm

Martina Berther  // Bass Guitar

 

Die Taktlos-Kuratorin und E-Bassistin Martina Berther ist eine der gefragtesten und vielseitigsten Improvisationsmusikerinnen der Schweizer Musikszene. Nach zahlreichen Kollaborationen und Spielprojekten von Punk bis Pop widmet sie sich nun ganz dem Wesentlichen − der Bassgitarre. Roh und ohne digitale Bearbeitung zeigt sich der Bass in ihrem Spiel als Instrument, das auch allein sphärische bis düstere Stimmungsbilder ent-werfen kann. Er ist Rhythmusgerät und Noise-Generator zugleich. Klänge, Geräusche und analog-elektrische Effekte geraten zuweilen in Komposition mit sich selbst. Am Taktlos-Festival wird Berther eine Improvisation entstehen lassen, die ihr die Zeit, der Raum und das Publikum eingeben.

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Elaine Mitchener // Movement and Voice 

 

Die Londonerin Elaine Mitchener ist «Bewegungskünstlerin» und Sängerin. In ihren Performances nutzt sie alle Spielweisen des Körpers: Mittels Gestik, Mimik, Sprache und Gesang sowie durch Laute, Bewegungen und Tanz erzeugt sie eine Art ‹reinen Ausdruck›. Das ist intensiv, und die Narrationen ihrer Stücke sind konkret und nachvollziehbar. In ihnen verarbeitet die als Tochter jamaikanischer Einwanderer geborene Mitchener die Geschichte ihrer Vorfahren bis in die Gegenwart. Neben Solo-Performances hat Mitchener das Hawkins−Mitchener Quartet mitgegründet, hat mit Jazzgrössen wie Evan Parker oder Hamid Drake sowie experimentelleren Musiker:innen wie Alasdair Roberts oder Moor Mother zusammengearbeitet.

Samstag, 19. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Samstag, 19. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Maria Bertel // Trombone

Jaleh Negari  // Drums

Anja Jacobsen // Drums

Die Experimentalformation Selvhenter be-dient sich aus Jazz, Rock und Weltmusik und erschafft daraus einen rauschenden ergeti-schen Sound. Avantgardistischer Jazz bildet die Grundlage. Von afrikanischen und sü-damerikanischen Tänzen inspirierte Poly-rhythmen erzeugen einen meditativen Sog. Noise und krautrockige Spielweisen und Klangfarben treiben den Puls ins Psychedelische und Wilde. Selvhenter ist eine von mehreren Formationen des dänis-chen Künstlerinnen- und Label-Kollektivs Eget Værelse. Am Taktlos-Festival treten sie als Trio mit Maria Bertel an der Posaune und den beiden Schlagzeug-erinnen Jaleh Negari und Anja Jacobsen auf.

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Heather Leigh // Pedal Steel

Peter Brötzmann // Tenor Saxophone, Bass und B-Flat-Clarinet, Tárogató

 

Die Pedal-Steel-Gitarristin Heather Leigh und der Jazz-Altmeister Peter Brötzmann erzeugen Transzendenz aus nur zwei Stimmen. So schufen sie die wohl min-imalistischsten Jazz-Epen aller Zeiten. Ihre Kompositionen sind Lieder, die ihre Struktur verbergen, grosse Gesten in redu-ziertester Form. Zwielichtig und tiefenschimmernd klingen ihre musikalischen Begegnungen; Endzeitstimmung. Während Heather Leighs schattenhafte Akkor-dechos das Jenseits heraufbeschwören, hängen Brötzmanns Bläser noch melancholisch am Diesseits. Sein Ton ist ein heisseres, doch expressives Klagen über vergangene Jahre, ein hektisch-erzählerisches Improvisieren über die Zeit, das unvermittelt abebbt. Einsamkeit und grosse Schönheit liegen in dieser Musik.

Freitag, 18. März 2022

Kunstraum Walcheturm

*Die Aufführung wurde abgesagt,für Ersatz wird gesorgt

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Signe Emmeluth // Saxophones

Karl Bjorå // Guitar and Synth

Anders Vestergaard // Drums

 

Am Saxofon gastiert die Norwegerin Signe Emmeluth mit ihrem ekstatischen und affektiven Spiel, schnellen Registerwechseln und abrupten Ausbrüchen. E-Gitarrist Karl Bjorå füllt alle noch verbleibenden Zwischenräume mit trockenverzerrten Geräuschen und Feedbacks. Schlagzeuger Anders Vestergaard treibt den Rhythmus auf ungeraden Bahnen in ständige Wirbel, bis jede Sechzehntel dieser Musik Ton und Geräusch ist. Die bestimmenden Modi von Yes Deers Musik sind Affekt und Aggression, die Ästhetik ist eine des Ausbruchs. Yes Deer bewegt sich zwischen Free Jazz und absolutem Noise, ist Musik in ihrer Auflösung, Hybridität am Übergang ins Chaos, das auf all jene befreiend wirkt, die sich ihm hingeben können.

Freitag, 18. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Noémi Büchi // Synthesizers, Electronics 

Noémi Büchi sucht «beides, sinnliche und intellektuelle Euphorie» und findet sie in polyrhythmischen tanzbaren Tracks. Sie versetzt uns in einen Maschinen-Dschungel, in dem metallische, maschinell-klare Sounds pulsieren und ein dichtes, im Rhythmus ständig variieren-des Gewebe erzeugen. Die Tracks steigen so pulsierend ein wie gute House Music, bieten dem aufgeschlossenen Ohr aber mehr. Kaum ein Sound bleibt hier über die Dauer von zwei bis vier Minuten gleich. Auch mittels der Analogtechnik modularer Synthese verwandelt Noémi Büchi ihre Klangwelt stetig und graduell und dadurch organisch weiter. Das Unbelebte wird lebhaft. Das ist Maschinenmusik auf hohem Niveau.

Freitag, 18. März 2022

Kino Xenix

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Christine Abdelnour // Alto Saxophone 

Louis Schild // Bass

 

Die in Paris geborene Altsaxofonistin Christine Abdelnour hat ihren gänzlich eigenen Stil geprägt und schlägt noch immer völlig ungekannte Töne an. Sie spielt mit den perkussiven Ausdrucks-möglichkeiten des Saxofons und beeindruckt mit ihrer Ansatztech-nik, ihrem «Spiel mit der Luft». Neben Arbeiten mit Grössen der freien Im-provisation wie Sven-Åke Johansson oder Axel Dörner spielte sie gemeinsam mit dem Schweizer E-Bassisten Louis Schild das gut halbstündige Album «La Louve» ein. Das langge-zogene Rauschen des Saxofons klingt hier wie ein kratziges Reiben, während Louis Schild die Saiten der Bass-Gitarre ebenfalls auf perkussive Weise beansprucht. Sie machen Musik, die die Grenzen des Begriffs sprengt.

Samstag, 19. März 2022

Kunstraum Walcheturm

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Antez // Percussions 

 

Der französische Künstler Antez umkreist seine Basstrommel wie ein Beschwörer und lässt sie auf eine Weise tönen, dass es an Alchemie grenzt. Indem er die Trommel mit Gongs und Metallgegenständen reibt, kratzt und streicht, erzeugt Antez eine dichte und mannigfaltige Klangmasse, die sich physisch spürbar durch den Raum bewegt, den Körper durchfährt und tief in den Ohrmuscheln vibriert. Aus dem Kontinuum stehender Wellen und Schwebungen lösen sich schallende Drones, füllige Basslinien und heulende Sirenen heraus. Aus dem Stöhnen der Trommel modelliert Antez eine wundersame Klangkulisse, die filmisch und fulminant ist, rhythmisch, erzählerisch und einfach magisch wirkt.

Sonntag, 20. März 2022

Citykirche Offener St.Jacob

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Sonntag, 20. März 2022

Citykirche Offener St.Jacob

Ellen Arkbro mit Bläserinnen
 

Ellen Arkbro // Organ         Annika Granlund // Tuba

Pauline Zahno // Horn       Akari Minami // Trombone 

 

Die Schwedin Ellen Arkbro gehört neben Künstlerinnen wie Kali Malone zu einer kleinen Gruppe von Musikerinnen, die Drone und Minimalism neu aufleben lassen. Auf der Pfeifenorgel experimentiert sie mit Stimmung, Intonation und Modulation und entwickelt daraus bewegende bis hypnotisierende Elegien. Diese vermitteln beim Hören, wie sich Klänge real-physisch durch Raum und Körper bewegen. Beim exzessiven Spiel mit Haltetönen entstehen Schwebungen, Maskierungen und andere psychoakustische Effekte, die die Musik transzendent erscheinen lassen. Potenziert wird diese pure Materialität des Klangs noch durch das Zusammenspiel mit den Bläserinnen Annika Granlund, Pauline Zahno und Akari Minami. Am Taktlos-Festival feiert diese Kollaboration ihre Premiere.

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Martina Berther // Bass Guitar

Bernhard Zitz  // Technics and Sound Space


In dieser immersiven Installation, bei der der Übergang zwischen realer und fiktiver Welt fliessend ist, werden die experimentellen Kompositionen Martina Berthers für sich selbst spielen. Bislang lebten ihre Stücke vom Live-Spiel. Hier aber übernimmt die Technik. Der von dem Künstler und Soundtechniker Bernhard Zitz entworfene Klangraum lässt Berthers Kompositionen für sich allein stehen und hörbar im Raum wandern. Der sphärische Charakter und das Fehlen jeglicher visueller Referenzen lassen die Musik nur umso ausserweltlicher und unbegreiflicher erscheinen. Mal haben die Sound-fragmente etwas von den kosmisch-psychedelischen Experimenten der 1960er Jahre, mal sind sie ganz Materialstudie. Einige dieser Kompositionen erscheinen auf Berthers Solo-Debütalbum.

Vom 17. bis 19. März 2022
ab 19.00 Uhr